Summer of Pioneers in Homberg (Efze)

Die Idee

Wer in Homberg (Efze) lebt, erlebt Idylle pur. Aber die Idylle trügt, denn die Region ist im Aufbruch. Fair produzierte Smartphones, neue Carsharing-Konzepte, innovative Biobauern – nachhaltiges Unternehmertum ist hier kein Buzzword, sondern gelebte Praxis. Und sie trifft auf eine Stadt, die zukunftshungrig ist und neue Ideen fördert. Diese Mischung aus Natur und Gründergeist machen Homberg zum perfekten Ort für Digitalarbeiter mit Lust auf Land. Und sie machen Homberg damit zum perfekten Ort für den „Summer of Pioneers“.

Summer of Pioneers

Im Rahmen des Summer of Pioneers ermöglicht die Stadt Homberg (Efze) 20 Kreativen und Digitalarbeiter:innen aus u.a. Berlin, Hamburg, Jena, dem Rhein-Main-Gebiet und Wien in diesem Jahr 2021 Probewohnen und Coworking auf dem Land. Menschen also, die für ihre Arbeit nur einen schnellen Internetzugang benötigen und die Natur inspirierender finden, als Hochhausschluchten. Die Pioniere, die im Rahmen einer Ausschreibung ausgewählt wurden, bekommen vergünstigte möblierten Wohnungen, mit Nebenkosten und Internet-Flat, sowie kostenlosen Zugang zu einem extra eingerichteten Coworking Space, der sich auf mehrere Objekte rund um den historischen Marktplatz verteilt, Dachterrasse inklusive. Im Gegenzug bringen sich die Pioniere mit ihrem Wissen und ihren Netzwerken in der Stadt ein.

Seit dem 1. Mai läuft der Summer of Pioneers in Homberg, Einblicke gibt es unter anderem im ZDF Mittagsmagazin und bei den tagesthemen. Via @homberg_pioneers teilt die Gruppe ihre Erlebnisse in Homberg auf Instagram. Weil die Gruppe von Homberg begeistert ist und Homberg von den Pionieren, könnt ihr euch ab Mitte September mit euren Projekten für ein Probewohnen in Homberg in einer weiteren Runde bewerben. Euer Einzugstermin: der 1. November. Vormerkungen nehmen wir ab sofort entgegen und freuen uns euch kennenzulernen:

Hintergrund

Ein erster Summer of Pioneers fand 2019 und 2020 im brandenburgischen Wittenberge statt und sorgte für große Aufmerksamkeit in Medien und Politik. Das Projekt wurde vom Bundesinnenministerium und der Bundesregierung im Rahmen der Wettbewerbe „Menschen und Erfolge“, sowie „Kultur- und Kreativpiloten“ ausgezeichnet. Selbst die BBC kam zu Besuch. Der als Experiment gestartete Summer of Pioneers ist für die Stadt und die Pioniere ein voller Erfolg. Nach Abschluss des Projekts blieb die Hälfte der Pioniere in Wittenberge. Sie setzen das Projekt nun als „Elblandwerker“ fort, gründeten Agenturen, arbeiten als Selbstständige oder betreiben den selbst gegründeten Kultur- und Begegnungsort “Safari”. Fünf große Förderprogramme bauen auf dem Summer of Pioneers auf und ermöglichen der Stadt nun im großen Umfang den angestoßenen Transformationsprozess zu verstetigen.

Fast zeitgleich zum Summer of Pioneers in Homberg werden auch im baden-württembergischen Tengen und im südwestfälischen Altena Summer of Pioneers stattfinden.

Warum Homberg?

Homberg ist als „Cittàslow“ eine Stadt, die sich der Nachhaltigkeit und Förderung regionaler Besonderheit verschrieben hat. Cittàslow ist ein Städtenetzwerk, dem weltweit über 200 und in Deutschland 22 Kommunen unter 50.000 Einwohnern angehören. Ziel einer Cittàslow ist, lokal Antworten auf globale Herausforderungen zu finden. Dazu zählt die Suche nach dem Kern kleinstädtischer Lebensqualität im 21. Jahrhundert ebenso wie die Unterstützung der Klima- und Artenschutzbestrebungen der Vereinten Nationen. Zu dem Zukunftsanspruch der Stadt passt, dass von hier aus gerade Europas größtes Breitbandprojekt koordiniert wurde. 2.200 Kilometer Glasfaser wurden verlegt, um schnelles Internet in 570 nordhessische Orte zu bringen. Das Land ist nicht was es war und bleibt nicht was es ist. Homberg hat das erkannt und gibt Menschen mit guten Ideen den Raum sie zu entfalten.

Mehr Infos zu Cittàslow:

Die Menschen in Homberg sind sich dem Wert ihrer ursprünglichen Umgebung bewusst. 2021 bewirbt sich die Region um die Anerkennung als Naturpark und hat gute Karten. Während noch viele Nordhessen längere Pendelstrecken zu ihrem Arbeitsplatz in Kauf nehmen, kommt ihr als Teilnehmer des Summer of Pioneers in nur wenigen Schritten zu eurem Arbeitsplatz. Denn der Marktplatz der historischen Fachwerkstadt wird in diesem Sommer ein Campus für das Landleben von morgen – mit euch im Zentrum. Wohnungen und Coworking Space sind in Sichtweite untergebracht. Der bewaldete Burgberg mit atemberaubendem Ausblick liegt nur wenige Schritte entfernt. Post-Corona soll diese Lebensqualität das neue Normal werden und ihr bereitet ihm den Weg.

Der Standort

Homberg liegt mitten in Deutschland aber fernab der digitalen Hotspots Berlin, Hamburg und Köln. In diese Städte braucht die Bahn rund 3,5 Stunden. Fast alles andere liegt näher. Frankfurt erreicht ihr zum Beispiel in zwei Stunden, die Documenta-Stadt Kassel in 35 Minuten.

Auch in anderer Hinsicht steht Homberg stellvertretend für viele ländliche Regionen. Das Auto hat im Leben der meisten Menschen weiterhin einen festen Platz, der öffentliche Nahverkehr ist mit urbanen Angeboten nicht vergleichbar. Das Handynetz außerhalb der Stadtmauern hat Lücken, es gibt nur eine regionale Tageszeitung. Junge Menschen wandern eher ab.

Andererseits sind die Mieten günstig, der Biobauer mit Hofcafé ist um die Ecke, die Kinderbetreuung ausgezeichnet, die Arbeitslosenquote ist mit 3 Prozent unter Landes- und Bundesdurchschnitt. Die Hügel und Täler rund um Homberg geben dem Leben eine abwechslungsreiche Bühne. Speziell junge Eltern mit Kindern wandern nach Homberg zu, der Druck auf Bauplätze steigt.

Die HOMEberger

Von Homberg aus setzt sich auch das Gründer*innen-Netzwerk „HOMEberger“ für Nachhaltigkeit und junges Leben in der Region ein. Die HOMEberger sind 24 regionale Unternehmer*innen, die euch herzlich empfangen werden. Nicht nur als offene Community, sondern auch mit ihren Angeboten. Darunter ein Anbieter von CarSharing-Lösungen für den ländlichen Raum, der euch hilft, in Bewegung zu bleiben. Eine junge Biobauern-Gemeinschaft mit einem Vollsortiment-Hofladen. Zwei Brüder, die Deutschlands erstes Smartphone bauen und euch einladen, eure iPhones gegen ihre nachhaltig designten Shiftphones zu tauschen. Yogastunden und vegane Kuchen bekommt ihr in einem nahe gelegenen Wasserschloss. Und eine Burg weiter bietet euch ein hessischer Jugendmeister regionale Küche in seinem Restaurant oder auf einem Lagerfeuer im Burghof. Vor Abschluss des Summer of Pioneers lockt dann das “Musikschutzgebiet Festival” wieder ein paar wenige Tausend auf den Grünhof und ihr seid als VIPs eingeladen, Teil davon zu sein, sofern das Festial 2021 statt finden kann.

Lernt die HOMEberger kennen auf:

Der Coworking Space

 

Auf zwei Etagen eines historischen Geschäftshauses plus Dachterrasse laden wir zum Coworking in die “Fachwerkerei” am historischen Markt. Der Coworking Space wurde eigens für den Summer of Pioneers eingerichtet und mit Unterstützung der Neuen Denkerei in Kassel weiter entwickelt. Neben kleineren Satellitenbüros im 50-Meter-Radius gehört eine große Gemeinschaftsküche zu unserem Campus am Marktplatz, denn 2021 können wir Gemeinschaft wieder leben – und wie geht das besser als beim kochen, lachen und genießen?

Pionieren, die sich in Homberg längerfristig verwirklichen wollen, steht ein Förderprogramm der Stadt für Existenzgründungen offen, das lokale Vorhaben mit bis zu 25.000 Euro bei 50 Prozent Fördersatz unterstützt.

Die Wohnungen

Alle Pioniere wohnen in frisch renovierten historischen Fachwerkhäusern direkt am Marktplatz, rund verteilt um die hoch hinaus ragende Stadtkirche St. Marien von 1340. Einige der Gebäude sind preisgekrönt, das Ensemble steht unter Denkmalschutz. Je nach Wunsch (falls möglich) wohnt ihr entweder alleine oder gemeinsam mit anderen, zum Beispiel auch als Familie. Jedes Zimmer kostet pauschal 150€ pro Monat. In dieser „Flatrate“ ist alles enthalten: Eine möblierte Wohnung, inkl. Nebenkosten und Internet, sowie die Nutzung des Coworking Spaces. Der Marktplatz bietet kleine Geschäfte für den täglichen Bedarf und mehrere Cafés. An jedem Donnerstag ist Wochenmarkt vor eurer Haustür.

Hin und weg?

Homberg hat keinen eigenen Bahnhof. Der nächste ICE-Anschluss ist 10 Minuten entfernt in Wabern (Hessen). Wie kommt ihr hin und weg? Im sommerlichen Nordhessen nutzt ihr die eBikes und Lastenräder, die euch die Stadt zur Verfügung stellt. Oder eins der CarSharing-Angebote direkt ab Marktplatz (eAuto, Kompaktwagen oder 9-Sitzer). Oder ganz altmodisch mit dem Bus, der im 30-Minuten-Takt zum Bahnhof pendelt. Fahrzeit: 15 Minuten. In Summe kommt ihr von Homberg aus für ländliche Verhältnisse richtig gut an, egal wohin ihr wollt.

Die Pioniere